Und wieder war Kofferpacken angesagt, denn wir würden heute Nashville verlassen, um eine wirklich große Sehenswürdigkeit anzusteuern, nämlich Graceland, das Anwesen, welches Elvis Presley sich als seine Heimstatt hatte bauen lassen und das heute zum Pflichtprogramm auf dieser Tour gehörte.
Mit 35 Dollar Eintritt gelangten wir auf das Gelände und fuhren zuerst mit einen Shuttlebus (nein, spazierengehen auf dem Gelände wird nicht geduldet) zur Villa, die alle Ausstellungsstücke beinhaltet, die uns einen Überblick über das Leben und Wirken von Elvis geben sollten.
Im Haus, die Einrichtung war für unseren Geschmack etwas überladen, im Wohnzimmer zum Beispiel rieselte ein Wasserfall, auf dem ausladenden Ledersessel stand seine erste Gitarre, die, so habe ich in Erinnerung, nur acht Dollar gekostet hatte, daneben sein Schmuseteddy. Für ihn gab es nur die Familie, wenn eine Tournee oder ein Auftritt beendet war, floh Elvis sofort wieder in sein Heim und umgab sich dort fast nur mit seiner Familie.
Natürlich waren auch eine große Anzahl von goldenen Schallplatten, natürlich auch viele in "Platin" ausgestellt und es war selbstverständlich, dass auch seine Anzüge, die er zu den verschiedenen Auftritten getragen hatte, hier angesehen werden konnten. Das ist einfach nicht zu beschreiben, man muß es entweder selber gesehen haben oder in Ausschnitten hier anschauen.
Goldene Schallplatten, fast jede Aufnahme endete in einer goldenen Schallplatte, waren überreichlich vorhanden.
Einen Großteil der Ausstellung zeigte auch Plattencover seiner wohl bekanntesten Aufnahmen.
Sein Aufenthalt als GI in Deutschland wird vielen Menschen meines Alters noch im Gedächtnis sein und die damals "Alten" schüttelten den Kopf über die "heutige Jugend"
Auch seine ausgestellten Anzüge, waren aufwändig gestaltet und oftmals hat er solch ein Stück nur zu einem einzigen Auftritt getragen.
Allein diese Wände mit ausgezeichneten Tonträgern in Gold und Platin wirkte erdrückend.
Zu Elvis und seiner Musik mir eine Geschichte aus meiner Jugend ein:
Einer meiner damaligen Freunde wollte genau die schwarze Tolle haben, die Elvis so unverwechselbar machte. haben. Er kaufte sich also ein blauschwarzes Haarfärbemittel und behandelte seinen Kopf damit. Ohne die geringste Ahnung, was sonst noch für das Färben erforderlich war, traf er sich am Abend mit uns, um seine neue Pracht vorzuführen.
... und dann kam der Regen und die pechschwarze Soße lief ihm am Kopf herunter. (Hatte er wohl nicht alles Erforderliche gemacht).
Nach der Besichtigung der Villa fuhr uns der Shuttle wieder zu seinem Startplatz zurück und wir konnten die weiteren Sehenswürdigkeiten, und davon gab es noch einige, auf Graceland anschauen. Dazu gehörte natürlich auch die letzte Ruhestätte von Elvis und seinen Angehörigen.
Und weiter gings, es gab noch viel zu sehen, zum Beispiel ein Museum mit vielen vielen Autos, die Elvis, offensichtlich hatte er dazu Lust, immer wieder neu kaufte, um sie dann beispielsweise an einem großen Supermarkt an eine Frau zu verschenken, deren Gefährt gerade ihren Geist aufgegeben hatte.
Auch das Auto in Rosa, wohl eine seiner Lieblingsfarben, was Autos anging und viele andere "Riesenschlitten" konnten hier angeschaut werden. Ein Video, welches sich mit seinen motorisierten Vorlieben befasste, lief ständig auf einer großen Leinwand und der Ton füllte als Hintergrundstörung den Raum.
Das Gefährt in "Rosa"
Daneben gabt es auch Motorräder und andere Gefährte, von den eigenen Flugzeugen, deren zwei, ganz zu schweigen. Die Maschine, mit Namen "Lisa Marie", mit der Elvis überwiegend unterwegs war, ist wohl sehr teuer ausgestattet, so sind die Waschbecken mit Gold ausgekleidet und die weitere Ausstattung, Küche, Wohnraum, Schlafkabine sind der pure Luxus. Geld spielte bei Elvis keine Rolle, man sagt, er habe überhaupt nicht mehr gewußt, wieviel sich im seinem Besitz befinden würde.
Und natürlich bei jeder Ausstellung war der dazugehörige Shop mit "Elvis, Elvis, Elvis".
ziemlich ausgelaugt von diesem überreichlichen Angebot sollte es schon bald zurückgehen ins Hotel, denn es stand ja noch Memphis auf dem Programm.
Vorher verabschiedete ich mich von Elvis, der meine Jugendzeit mitgestaltet hatte (Ausruf meiner Mutter: "Stell sofort diese Negermusik ab!") mit einem seiner Lieder, welches mir spontan einfiel und welches ich in mich hineinsummte.
Pardon me, if I'm sentimental
when we say "Good bye"
don't be angry with me
should I cry.
There You'll gone
and I dream a little dream
as years go by
Now and then, there 's a fool such as I.
Ach so, wußten Sie schon: Elvis war überhaupt nicht schwarzhaarig, er war blond, alles war nur ein Schein!
Über sein trauriges Ende, verbunden mit Anfällen von Freßsucht, Alkohol, Medikamentenabhängigkeit und Drogen möchte ich nichts sagen. Meine Erinnerung an seine Musik möchte ich so behalten, wie sie in meiner Erinnerung ist und ich glaube, das war es, was auch Elvis immer gewollt hat.
(c) Rolf Glöckner
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