Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der erste Kuß

Es war Kirmes und er lungerte an der Raupenbahn herum. Noch war hier nicht viel los, erst wenn es dunkel sein würde, dann.....
Er hätte so gern, wie seine Freunde inzwischen auch, eine liebe Freundin gehabt, aber verstehe einer die Mädchen! Er war doch eigentlich nicht häßlich, vielleicht nur etwas klein, dafür aber sportlich und mit einem sprühenden Geist ausgestattet, der oftmals übersprudelte von Dingen, die seine Freunde oftmals nur schwer verstanden. Egal, seine Freunde und er  verstanden sich gut, heckten viele Dinge zusammen aus und waren eigentlich unzertrennlich, wenn es darum ging irgendetwas anzustellen. Während die Freunde schon mit den ebenfalls lässig an der Karussellumrandung lehnenden Mädchen angebandelt hatten und  nur auf die Dunkelheit warteten, damit zum "Nahkampf" übergegangen werden konnte, stand er noch immer allein.
Die Raupenbahn drehte sich im Kreis, die Rockmusik dröhnte über den Kirmesplatz, das Verdeck der Bahn schloß und öffnete sich und manchmal fuhr dann das Paar im Wagen ganz plötzlich auseinander, es hatte wohl zu lange gewartet und jetzt wurde im Dorf über sie geredet werden!
In diesem Alter mit einem Mädchen Raupe zu fahren und unter geschlossenem Verdeck vielleicht schon "herumzuknutschen", nein, das sahen die Eltern überhaupt nicht gern und auch in der katholischen Kirche wurde Sonntags schon mal von der Kanzel herab über das "unzüchtige Treiben" der Jugend gewettert.
Nun stand er da, die Taschen gut gefüllt mit Freikarten, die er sich durch Hilfsarbeiten beim Aufbau von Karussels und Buden redlich erarbeitet hatte und es tat sich immer noch nichts.
Doch plötzlich hörte er hinter sich eine süße Stimme fragen: "Bist Du nicht da oben an dem Berg zu Hause? Ich glaube, ich hab Dich dort schon mal gesehen, als ich mit meinen Eltern spazierenging. Du hattest einen Schäferhund bei Dir, kann das sein?" Er fuhr herum und da stand sie, etwas kleiner als er selbst, lange blonde Haare, eine Brille auf der kecken Stupsnase und ein bezauberndes Lächeln im Gesicht. Ihm stockte der Atem.
"Ja, der bin ich" stotterte er,  "und ich heiße Rolf". Sie lächelte ihn an und sagte dann: Ich habe einen merkwürdigen Namen, wahrscheinlich kannst Du dazu nichts sagen, ich heiße nämlich Aleta"
"Doch, ich kann", fuhr es aus ihm heraus, das war doch die Freundin und Frau von Prinz Eisenherz!" Sie sah ihn erstaunt an, wobei sie ihre Hand auf seinen Arm legte: "Das hat ja noch keiner gewußt, nur ich und natürlich meine Eltern.
Komm, laß ein wenig herumlaufen, schon bald wird es dunkel und ich muß schon um neun Uhr zuhause sein, ich wohne hinter eurem Berg im Feld auf dem großen Bauernhof" Als sie das gesagt hatte, sah sie ihn so lieb an, dass sein kleines Herz wie wild zu klopfen begann und er mochte sie mit einem Mal sehr gern leiden.
So wanderten sie über den Kirmesplatz, schauten dem Treiben zu, tranken gemeinsam eine Cola und landeten wieder an der Raupenbahn. "Komm, laß uns fahren, ich muß schon bald heim und vielleicht begleitest Du mich dann ja ein Stück." Das waren ja wunderbare Aussichten für diesen Tag.



Sie bestiegen die Bahn und los ging die Fahrt. Durch den Schwung wurden sie aneinandergedrückt und er legte ganz vorsichtig seinen Arm um sie. Sie kuschelte sich an und wandte ihm ihr süßes Gesicht zu. Sein Atem ging schneller und dann schloß sich das Verdeck. Ganz plötzlich lagen ihren Lippen aufeinander, der erste Kuß, er war wie berauscht. Sie drückte sich zärtlich an ihn und küßte ihn wieder und wieder und er erwiederte ihre Küsse. Dass sie beide noch reichlich unerfahren in diesem Metier waren, störte sie überhaupt nicht, sie genossen ganz einfach diesen zauberhaften und für sie so neuen Moment.


Nach mehreren Fahrten mit der Raupe nutzten sie die noch verbliebene Zeit, Autoscooter zu fahren. Später dann, als sie sich Hand in Hand auf den Heimweg machten, um ihren Hals hing ein großes Lebkuchenherz, welches er ihr geschenkt hatte und der  Mond am Himmel auf das junge Glück herabschaute, redeten sie viel, blieben stehen und küßten sich immer wieder.


Der erste Kuß aber würde für ihn unvergessen bleiben.

Aber wie oftmals im Leben endet solche eine Geschichte nicht mit einem Happy End.
Als sie sich an diesem Abend trennten, versprachen sie einander, sich schon am nächsten Tag wiedertreffen zu wollen. Nach der Schule sollte er zu ihr kommen, was er dann auch sehr aufgeregt tat. Aber sie war nicht da! An der Pforte zum Haus stand eine Frau, wohl die Mutter von Aleta. Sie sah in an und sagte: "Du wirst meine Tochter nicht mehr sehen, sie ist erst vierzehn! Und nun verschwinde und laß Dich hier nie wieder sehen!"
Was blieb ihm da anderes übrig, als zu gehen und nur noch in Gedanken bei Aleta zu sein. Viel später trafen sie sich einmal zufällig, aber solch ein Zauber wie an diesem Kirmesabend, an dem sie sich das erste Mal trafen, stellte sich nicht mehr ein. So spielt das Leben!

(c) Rolf Glöckner

Dienstag, 18. Oktober 2011

Farbspiele im Yellowstone Park

Es war fast wie ein Wunder! Die unterschiedlichen Farben in einem der vulkanisch hochaktiven Gebiete der Erde sehen zu können, hat tief beeindruckt. Allerdings hat dieses Gebiet auch seine Tücken. Bevor sie hinabtauchen in die Farbenpracht von Yellowstone, muß ich auf die Gefahren hinweisen, welche dieses Gebiet in sich birgt.

Der Yellowstone-Nationalpark liegt zu weiten Teilen in der vor rund 640.000 Jahren entstandenen Caldera des Yellowstone-Vulkans, über der Magmakammer, die in über acht Kilometern Tiefe liegt. Er ist berühmt für seine vulkanogene Landschaft mit Geysiren, Schlammtöpfen und heißen Quellen. 62 Prozent sämtlicher weltweit existierenden heißen Quellen liegen im Yellowstone-Gebiet, dies sind etwa 10.000. Von den über 300 Geysiren im Nationalpark erfreut sich besonders der Geysir Old Faithful im oberen Geysir-Becken bei Touristen großer Beliebtheit, spuckt er nämlich in ungewohnter Regelmäßigkeit sein Wasser in Abständen von momentan zwischen etwa 60 bis 90 Minuten. Mit dem Steamboat-Geysir beheimatet der Park auch den größten aktiven Geysir der Welt. Er befindet sich im Norris-Geysir-Becken.
Ursache für die vulkanogenen Aktivitäten ist die Magmakammer des Vulkans, die das von Bergen herabfließende und im porösen Lavagestein versickernde Wasser erwärmt. In heißen Quellen, Geysiren oder blubbernden Schlammlöchern tritt das versickerte Wasser wieder an die Erdoberfläche.
Etwa alle 650.000 Jahre bricht der Supervulkan Yellowstone aus und verwüstet nicht nur durch die Explosion, sondern auch durch die ausgeworfene Asche dabei halb Nordamerika. In der Nachfolge die letzten drei Ausbrüche, hier einmal zusammengefasst mit der Menge der ausgeworfenen Asche

Es war fast wie ein Wunder! Die unterschiedlichen Farben in einem der vulkanisch hochaktiven Gebiete der Erde sehen zu können, hat tief beeindruckt. Allerdings hat dieses Gebiet auch seine Tücken. Bevor sie hinabtauchen in die Farbenpracht von Yellowstone, muß ich auf die Gefahren hinweisen, welche dieses Gebiet in sich birgt.

Zusammenfassung der drei Asche-auswürfe von Yellowstone  und der daraus resultierenden Calderen
Namen der Eruptionen / Auswürfe
Vor (Millionen Jahren)
Ausgeworfene Menge (km3)
Fläche bedeckt
(km2)
Caldera- Ausmaße
(km)
Caldera Name
Lava Creek Tuff
- 0.640
1,000
7,500
85 x 45
Yellowstone Caldera
Mesa Falls Tuff
 -1.3
280
2,700
16 km im Durch-
messer
Henry's Fork Caldera
Huckleberry Ridge Tuff
 -2.1
2,450
15,500
75-95 x 40-601
Big Bend Ridge, Snake River, und Red Mountains Caldera Segmente

Der nächste Ausbruch, eine gewisse Regelmäßigkeit vorausgesetzt, steht bevor, ob Morgen oder in 5.000 Jahren, wer weiß!

Doch jetzt einfach Impressionen aus dem Yellowstone mit seinen Geysiren, blubbernden Schlammlöchern, brodelndem Wasser in den wunderschönsten Farben





























































Die Bilder mit den unterschiedlichsten Farben sollte man einfach auf sich wirken lassen! Ich wünsche viel Vergnügen und mir wünsche ich, dort noch einmal längere Zeit sein zu können.

(c) Rolf Glöckner