Warum ich bis heute keinen Sago mag:
Ich hatte Geburtstag. Welcher es war,
kann ich heute nicht mehr sagen, aber für eine Leseratte, die alle Bücher, die
sie in die Finger bekam, sofort verschlang, war bei den Geschenken natürlich
auch ein Buch. Noch heute weiß ich den Titel. Es hieß: „Jan und Piet bei den Kannibalen“
und handelte von dem Seemann Jan und Piet, einem Jungen, wohl in meinem Alter.
Ein Sturm in der Südsee hatte sie auf eine Insel verschlagen. Dort waren
sie von Eingeborenen aufgenommen worden und sie lebten mit diesen eine Zeit
zusammen, so lange, bis sie ihr Schiff wieder instand gesetzt hatten und weiterfahren
konnten. Während ihres Aufenthaltes erfuhren sie aber, dass die Eingeborenen
Kannibalen waren und große Angst überkam sie. Der Häuptling aber beruhigte sie
mit der Bemerkung, dass das Fleisch der Weißen stinken würde. Doch nun die
Erklärung, warum ich bis heute keinen Sago mag.
Auf der Insel wuchsen Sagopalmen, die den Eingeborenen allerlei zu ihrer
Ernährung beisteuerten.
Unter anderem zogen sie aus dem Mark des
Stammes große Maden heraus, die sie mit großem Genuss verspeisten. Und nun,
nach vielen Jahren konnte ich diese Maden sehen. Bei einem Besuch des Bremer
Weihnachtsmarktes stand auch das Überseemuseum auf dem Programm und dort waren
sie ausgestellt:
Es sind die Maden
einer in Südostasien lebenden Art des Nashornkäfers, die sich im Inneren der
Sagopalme von deren Mark ernähren und als ein guter Eiweißlieferant den
Eingeborenen als eine Leckerei dienen.
Mich graust es noch heute bei dem
Gedanken. Meine Neugierde aber war geweckt und ich schaute, ob dieses Buch noch
irgendwo im Handel erhältlich sei und wirklich, es ist noch lieferbar!
http://www.amazon.de/Jan-Piet-bei-den-Kannibalen/dp/B005GT77AQ/ref=tmm_hrd_title_0?ie=UTF8&qid=1387453533&sr=8-1
Sagopalme (Beschreibung
aus Wikipedia)
Die Arten der Gattung Metroxylon gehören zu den so genannten Echten
Sagopalmen. Sie erreichen ein Alter von etwa 15 Jahren. Junge Sagopalmen
wachsen strauchartig und haben dornenreiche Blätter. Sagopalmen erreichen
Wuchshöhen von bis zu 20 m und 60 cm Stammdurchmesser. Die mit oft stacheligen
Blattscheiden bedeckte Rinde ist etwa 6 cm dick. Die nach innen
folgende Gefäßbündelschicht umschließt ein bis 50 cm dickes stärkehaltiges
Mark, aus dem das Sago gewonnen wird.
© Rolf Glöckner
