Freitag, 30. September 2011

Von Chicago nach New Orleans September 2011 Teil 8

 "Walkin'  on Graceland"

Und wieder war Kofferpacken angesagt, denn wir würden heute Nashville verlassen, um eine wirklich große Sehenswürdigkeit anzusteuern, nämlich Graceland, das Anwesen, welches Elvis Presley sich als seine Heimstatt hatte bauen lassen und das heute zum Pflichtprogramm auf dieser Tour gehörte.


Mit 35 Dollar Eintritt gelangten wir auf das Gelände und fuhren zuerst mit einen Shuttlebus (nein, spazierengehen auf dem Gelände wird nicht geduldet) zur Villa, die alle Ausstellungsstücke beinhaltet, die uns einen Überblick über das Leben und Wirken von Elvis geben sollten.



Im Haus, die Einrichtung war für unseren Geschmack etwas überladen, im Wohnzimmer zum Beispiel rieselte ein Wasserfall, auf dem ausladenden Ledersessel stand seine erste Gitarre, die, so habe ich in Erinnerung, nur acht Dollar gekostet hatte, daneben sein Schmuseteddy. Für ihn gab es nur die Familie, wenn eine Tournee oder ein Auftritt beendet war, floh Elvis sofort wieder in sein Heim und umgab sich dort fast nur mit seiner Familie.


Natürlich waren auch eine große Anzahl von goldenen Schallplatten, natürlich auch viele in "Platin" ausgestellt und es war selbstverständlich, dass auch seine Anzüge, die er zu den verschiedenen Auftritten getragen hatte, hier angesehen werden konnten. Das ist einfach nicht zu beschreiben, man muß es entweder selber gesehen haben oder in Ausschnitten hier anschauen.



Goldene Schallplatten, fast jede Aufnahme endete in einer goldenen Schallplatte, waren überreichlich vorhanden.

Einen Großteil der Ausstellung zeigte  auch Plattencover seiner wohl bekanntesten Aufnahmen.



Sein Aufenthalt als GI in Deutschland wird vielen Menschen meines Alters noch im Gedächtnis sein und die damals "Alten" schüttelten den Kopf über die "heutige Jugend"




Auch seine ausgestellten Anzüge, waren aufwändig gestaltet und oftmals hat er solch ein Stück nur zu einem einzigen Auftritt getragen.

Allein diese Wände mit ausgezeichneten Tonträgern in Gold und Platin wirkte erdrückend.

Zu Elvis und seiner Musik mir eine Geschichte aus meiner Jugend ein:

Einer meiner damaligen Freunde wollte genau die schwarze Tolle haben, die Elvis so unverwechselbar machte. haben. Er kaufte sich also ein blauschwarzes Haarfärbemittel und behandelte seinen Kopf damit. Ohne die geringste Ahnung, was sonst noch für das Färben erforderlich war, traf er sich am Abend mit uns, um seine neue Pracht vorzuführen.
... und dann kam der Regen und die pechschwarze Soße lief ihm am Kopf herunter. (Hatte er wohl nicht alles Erforderliche gemacht).

Nach der Besichtigung der Villa fuhr uns der Shuttle wieder zu seinem Startplatz zurück und wir konnten die weiteren Sehenswürdigkeiten, und davon gab es noch einige, auf Graceland anschauen. Dazu gehörte natürlich auch die letzte Ruhestätte von Elvis und seinen Angehörigen.



Und weiter gings, es gab noch viel zu sehen, zum Beispiel ein Museum mit vielen vielen Autos, die Elvis, offensichtlich hatte er dazu Lust, immer wieder neu kaufte, um sie dann beispielsweise an einem großen Supermarkt an eine Frau zu verschenken, deren Gefährt gerade ihren Geist aufgegeben hatte.


Auch das Auto in Rosa, wohl eine seiner Lieblingsfarben, was Autos anging und viele andere "Riesenschlitten" konnten hier angeschaut werden. Ein Video, welches sich mit seinen motorisierten Vorlieben befasste, lief ständig auf einer großen Leinwand und der Ton füllte als Hintergrundstörung den Raum.


Das Gefährt in "Rosa"



Daneben gabt es auch Motorräder und andere Gefährte, von den eigenen Flugzeugen, deren zwei, ganz zu schweigen. Die Maschine, mit Namen "Lisa Marie", mit der Elvis überwiegend unterwegs war, ist wohl sehr teuer ausgestattet, so sind die Waschbecken mit Gold ausgekleidet und die weitere Ausstattung, Küche, Wohnraum, Schlafkabine sind der pure Luxus. Geld spielte bei Elvis keine Rolle, man sagt, er habe überhaupt nicht mehr gewußt, wieviel sich im seinem Besitz befinden würde.



Und natürlich bei jeder Ausstellung war der dazugehörige Shop mit "Elvis, Elvis, Elvis".

ziemlich ausgelaugt von diesem überreichlichen Angebot sollte es schon bald zurückgehen ins Hotel, denn es stand ja noch Memphis auf dem Programm. 
Vorher verabschiedete ich mich von Elvis, der meine Jugendzeit mitgestaltet hatte (Ausruf meiner Mutter: "Stell sofort diese Negermusik ab!") mit einem seiner Lieder, welches mir spontan einfiel und welches ich in mich hineinsummte.

Pardon me, if I'm sentimental
when we say "Good bye"
don't be angry with me
should I cry.
There You'll gone
and I dream a little dream
as years go by
Now and then, there 's a fool such as I.


Ach so, wußten Sie schon:  Elvis war überhaupt nicht schwarzhaarig, er war blond, alles war nur ein Schein!

Über sein trauriges Ende, verbunden mit Anfällen von Freßsucht, Alkohol, Medikamentenabhängigkeit und Drogen möchte ich nichts sagen. Meine Erinnerung an seine Musik möchte ich so behalten, wie sie in meiner Erinnerung ist und ich glaube, das war es, was auch Elvis immer gewollt hat.

(c) Rolf Glöckner

Mittwoch, 28. September 2011

Von Chicago nach New Orleans September 2011 Teil 7

Jonny Cash und Nashville

Und wieder, nach einem amerikanischen  Frühstück, bestiegen wir um 9:00 Uhr den Bus, um nach Hendersonville zu fahren. Dort lebte Jonny Cash mit seiner Frau June Carter in einem Haus, welches aber leider vor einigen Jahren abbrannte und wir nur noch Reste von Nebengebäuden zu sehen bekamen. In diesem Ort sind Jonny Cash und seine Frau June Carter begraben und dorthin wollten wir, um diesen großen Künstlern unsere Remineszens zu erweisen und einige Zeit stumm an ihrem Grab zu stehen. Zuerst aber, an einer kleinen Kirche, dort konnte der Bus parken, wurde uns der Blick auf diese Tafel freigegeben.


Zu John R. "Johnny" Cash
(geb. 26. Februar 1932, gestorben am 12. September 2003), wir waren also fast an seinem Todestag an seinem Grab, war wohl einer der bekanntesten Songschreiber und auch Sänger, der die amerikanische Country Music des 20. Jahrhunderts maßgeblich beinflußt hat. Aber auch andere Genres gehörten zu seinem Repertoire, wie rockabilly, rock and roll, und zu Beginn seiner Karriere auch Blues, Folk und Gospel. Deshalb findet man ihn sowohl in der "Country Hall of Fame" als auch in der "Gospel Music Hall of Fame".

Johnny Cash wurde neben seiner Frau June Carter auf dem Friedhof „Memory Gardens“ nahe seinem Wohnhaus in  Hendersonville bestattet.
Die Friedhofskultur der USA unterscheidet sich von der deutschen Form der Grabdarstellung erheblich, so bestehen die Friedhöfe oftmals aus großen Rasenflächen mit eingelassenen kleinen Tafeln, die zum Angedenken des Verstorbenen im Boden eingelassen sind und vielfach Hinweise auf sein militärisches Leben beinhalten.


Der Blumenschmuck ist überwiegend künstlich und die Grabstelle erfordert somit keinerlei Pflege außer dem Mähen des Grases.


Nach einigem Suchen fanden wir auf dieser wirklich sehr großen Fläche das Grab von June Carter und Jonny Cash, aber auch einige seiner Freunde, die maßgeblich zu seinem Erfolg beitrugen, sind hier begraben.



Leider war der Tumult um die Grabstelle groß und so konnte ich mich von ihm nicht so verabschieden, wie ich es gern getan hätte. Ein kleiner Rundgang, der uns zu dem Platz führen sollte, an dem Carter und Cash gelebt hatten, zeigte und die Villen der "Schönen" und "Reichen" von Nashville, bevor wir in die Stadt zurückfuhren.



In Nashville angekommen, fuhren wir erst einmal zum Frischmachen ins Hotel, bevor uns der Busfahrer nach Downtown brachte und uns freiließ, damit wir auf eigene Faust die Stadt erkunden konnten.
Es begann mit der "Country Hall of Fame" in der wir aber nur die Halle betraten, der Eintritt in die "hinteren Gemächer" war schon etwas sehr teuer"


Nun ging es in die "City" genannt "The District", dort sind alle bekannten Sehenswürdigkeiten angehäuft und wir liessen das einfach auf uns wirken. Aus allen Ecken war Country Music zu hören und das Leben erschein uns aufregend und sehr bunt.


Einige Ansichten, die überwiegend die Verbindung von Nashville zu seiner Musik wiederspiegeln.



Gitarren überall, an allen Wänden, in allen Schaufenstern, in allen Geschäften, in der Leuchtreklame, einfach überall und machmal sind auch andere Instrumente darunter.




Zwischenzeitlich fuhren wir mit einem Taxi, der Preis war Verhandlungssache und wurde im Laufe der verschiedenen Fahrten immer günstiger, zurück ins Hotel, uns etwas zu erholen, einen Kaffee zu trinken (eine Kaffeemaschine war fast in jedem Hotel Grundausstattung des Zimmers). Aber schon bald, wir hatten uns mit der Familie verabredet, ging es per Taxi zurück nach Downtown. Recht bald fanden wir nach einem ausgiebigen Bummel ein Restaurant, welches uns für ein Dinner zusagte.




Wir hatten hier (noch) einen schönen Abend, wenn auch eine Bestellung eine wenig mißverstanden wurde, es handelte sich hier offensichtlich um eine Vorspeise für sechs Personen.



Später am Abend tranken wir noch in einer der vielen Musikkneipen bei einem hervorragenden Gitarristen ein wiederum sehr kaltes Bier und später hatten wir noch ein Konzert mit einer Sängerin, die uns vor ihrem Auftritt mit Handschlag begrüßte und uns eine Visitenkarte überließ. Unter taria.com kann man hören, zu welchen Leistungen diese Person fähig ist.


... Ach so, die Musiker arbeiten fast immer auf eigene Rechnung, sie haben ein Behältnis, in welches man, wenn's denn gefallen hat, einige "Greenbucks" versenkt.

Noch einige Ansichten, bevor wir den Weg zurück ins Hotel antraten.







Das ist doch mal ein besonderer Hocker!

Dieses Taxi, welches uns zum Hotel brachte, war das preiswerteste, ganze 9 Dollar betrug der Preis (plus Tip, der kommt ja überall hinzu), der beträgt auch hier einen Dollar pro Person und so kommt der Fahrer auch auf seine Kosten. Schon ziemlich spät und ziemlich erschöpft erreichten wir das Hotel, für den nächsten Morgen hiess es, ganz früh aufzustehen denn es sollte schon um 8:00 Uhr weitergehen.  Wohin?

"Walkin' on Memphis"

(c) Rolf Glöckner