Sonntag, 19. August 2012

Astronomisches

Astronomienächte

In Portsloge bei Oldenburg fand ein Astronomie – und Astrofotografentreffen statt. Die Nacht von Freitag auf Samstag war leider nicht klar, immer wieder zogen Wolken durch, aber die Nacht von Samstag zum Sonntag entschädigte für das lange Warten auf die Dunkelheit. Etwa 30 Begeisterte waren mit ihren Teleskopen und Kameras gekommen, um diese oder jene Aufnahme von interessanten Himmesobjekten zu gewinnen. Ich beschränkte mich auf weitwinklige Aufnahmen in die Milchstraße, zwischendurch machte auch die ISS unsere Aufwartung und am Sonntg morgen, dem 19. 12., schenkte uns die Sonne, wie schon am Samstag Morgen, wunderschöne Ansichten, von denen ich hier einige Fotos zeigen möchte.
 Sonnenaufgangsschattenspiele





















Sonne freihand durch ein Sonnenteleskop, oben links eine große Protuberanz.


 Die ISS gibt sich die Ehre. Im Hintergrund kann die Milchstraße schon erkannt werden.


 Auch die Milchstraße ist bei günstigen Bedingungen über Deutschland zu sehen.


Eine andere Richtung, über dem Horizont der helle Fleck sind die Plejaden, oben links der große Wagen und auch hier Teile der Milchstraße



Sonnenaufgang Sonntag früh, ein wunderschönes Schauspiel.



Es waren ereignisreiche Nächte und schon jetzt freue ich mich darauf, im nächsten Jahr wieder an diesem Treffen teilnehmen zu können.

(c) Rolf Glöckner 17. - 19. 8. 2012

Mittwoch, 15. August 2012

Wärmehalle

Wärmehalle

Was ist denn das, eine Wärmehalle?
Im Winter, wenn der Frost die Welt in seinen eisigen Klauen hielt und es zu den Pausen klingelte, gingen wir ungern nach draußen. Der jeweilige Aufsichtslehrer war aber anderer Meinung und trieb uns hinaus und wir verdrückten uns Richtung Fahrradstand, dort waren die Toiletten, nur von draußen zu erreichen und der Heizungsraum untergebracht, den wir natürlich zuerst versuchten, aufzusuchen. Das kostete allerdings Eintritt in Form eines Zigarillos im Wert von zehn Pfennig, das war die Bestechung für den Hausmeister, der im Winter überwiegend damit beschäftigt war, die alte Koksheizung in Gang zu halten. Es war sicherlich keine gute Luft darinnen, aber es war wenigstens warm. Erwischte mn uns dort, die Lehrer kannten natürlich diese Versteckspielereien, wurden wir wieder hinausbefördert, um uns nach kurzer Zeit auf der Jungentoilette wieder einzufinden.


Die war allerdings vor einiger Zeit frisch gestrichen worden und diese Sauberkeit und Helligkeit störte uns und so wurde eine neue Idee geboren.
Unter der Decke des Raumes lief ein Rohr, welches wir zuerst auf seine Festigkeit untersuchten, denn wir wollten das Weiß etws abmildern. Das Rohr hielt das Gewicht eines Schülers aus und so wurden folgenden Dinge benötigt: Einen kleinen Topf schwarze Farbe, einen Pinsel und ein paar alte Schuhe.
In einer Freistunde, unsere Französischlehrerin war erkrankt, stieg das Unternehmen.
Einer der Schüler zog die alten Schuhe an und wurde unter Gelächter hochgehoben und an das unter der Decke entlanglaufendes Rohr gehängt. Nun wurden die Schuhsohlen schwarz gestrichen und der oben hängende Schüler stapfte die Wand hinauf, schwarze Spuren hinterlassend. Weiter ging es dann, die Decke entlang und an der anderen Seite wieder herunter. Es war für den, derr die Spuren zu machen hatte, sicher nicht einfach aber unter Gelächter wurde das Werk vollendet. Wunderschöne Fußspuren waren so entstanden und es sah aus, als sei jemand die Wand hinaufgelaufen, um dann an der Decke entlang die andere Wand des Raumes wieder hinunterzusteigen..
Wir trollten uns und in der nächsten Pause machte sich Gewisper auf dem Schulhof breit und nach und nach wurde das Kunstwerk, auch von den Mädchen natürlich, besichtigt. Leider rief das aber auch die Lehrer auf den Plan und ihnen war sofort klar, wer das gewesen sein konnte. In der nächsten Stunde hatten wir in unserer Klasse den Dirketor zu Besuch, der sich ein Lachen ob diesen Scherzes nicht verkneifen konnte und er verdonnerte uns, diese Flecke zu entfernen und die Stellen neu zu streichen, was wir dann an einem lustigen Nachmittag, die ganze Klasse war selbstverständlich anwesend, auch taten.
Die Schule existiert noch heute und beherbergt jetzt eine Grundschule, da es bald wegen fortschreitender Baufälligkeit unserer geliebten Schule  nötig war, ein neues, modernes Schulzentrum zu bauen.


(c) Rolf Glöckner


Der Wissenschaftler

Der Wissenschaftler

Sehr spannend waren für uns immer wieder die naturwissenschaftlichen Unterrichtsstunden, besonders die Fächer Physik und Chemie hatten es uns dabei angetan.
Da rauchte, qualmte und stank es manchmal bestialisch und gerade die Chemie regte uns zu Nachahmungen an, doch davon später mehr.
Unser Lehrer erschien uns als ein ängstlicher Mensch, seiner Sache, die er vorzuführen gedachte, oftmals nicht sicher. Und so kam er schon in den frühen Morgenstunden in das alte Gemäuer und baute im Physiksaal das auf, was er uns vorzuführen gedachte.


Mit sich und der Welt zufrieden, alles hatte funktioniert, wartete er dann auf den Unterrichtsbeginn.
Schon ziemlich aufgeregt betraten wir den Wissenschaftssaal und waren gespannt, was es nun heute wohl geben würde. Ein Versuch mit Meßgeräten, verschiedenen Glasgefäßen und Behältnissen mit allerlei Chemikalien waren aufgebaut und warteten schon auf uns.
Der Unterricht begann und nach einigen einleitenden Worten unseres Lehrers, die den Sinn und Zweck dieser Vorführung erklären sollten, startete er den Versuch.
Und es geschah "NICHTS", es funktionierte einfach nicht.
Hektisch begann er, alles noch einmal zu überprüfen, die Zeit rann dahin und leises Gekicher machte sich breit. Nach einiger Zeit, wohl die Hälfte der Stunde war schon vergangen, ging ein hilfloser Blick ind das Auditorium und einige Schüler erbarmten sich, kamen nach vor und es wurde in gemeinsamer Arbeit der Versuch überprüft, richtiggestellt und neu gestartet. Und siehe da, es funktionierte! Es klingelte zur Pause und die Stunde war vorbei!

Aus dem Chemieunterricht nahmen wir Kenntnisse mit, die uns befähigten, Lehrer mit kleinen Explosionen oder gefährlich aussehenden Bränden, die plötzlich draußen auf einer Fensterbank unseres Klassenzimmers aufloderten, zu erschrecken. Auch mit Schwarzpulver wurde experementiert, so gelang es, einen Knallkörper zu bauen, der sich aber eher wie eine Rakete verhielt und erst in etwa dreihundert Metern Höhe mit einem lauten Knall explodierte. Das gefiel der Polizei, die kurz darauf am Tatort erschien, aber überhaupt nicht.

(c) Rolf Glöckner

Dienstag, 14. August 2012

Grundsteinlegung

Grundsteinlegung

Das Ende der Schulzeit rückte immer näher und da unsere Klasse einen gewissen Ruf zu verteigen hatte, wurde überlegt, was zu tun sei, um den Abschied so zu gestalten, dass auch vielleicht die Nachwelt davon erfahren würde.
Das alte ehrwürdige Schulgebäude war inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen und es fehlte an allerlei Reparaturen an den Fluren, den Klassenräumen, den Türen und auch die Wände unseres Klassenzimmers, in dem wir die meiste Zeit zugebracht hatten, war schon, na ja, baufällig war vielleicht nicht ganz richtig, schon ziemlich mitgenommen.
Eine Idee wurde geboren. Ganz vorsichtig begannen wir hinter der letzten Bankreihe von der Wand etwas Putz zu entfernen, die dabei entstandenen Spuren wurden natürlich vor der nächsten Stunde beseitigt, so dass unsere "Bauarbeiten" nicht sonderlich auffielen.
Bald war das Loch, ein Teil des dahinter zum Vorschein kommenden Steines musste ebenfalls entfernt werden, groß genug, um dass, was wir darin verbergen wollten, durchaus aufnehmen konnte. Nun benötigten wir noch ein Gls mit einem Deckel, das wurde auch schnellstens beschafft, gab es doch im Kunstuntericht Gläser, die für die Wasserfarbenmalerei benötigt wurden, in Massen. Eines davon, es hatte auch noch einen Deckel, wurde in die Klasse transportiert und jeder, der die Schule nun bald verlassen würde, schrieb seinen Namen auf ein Blatt Papier. Sorgfältig gefaltet, wanderte dieser Zettel in das Glas, dieses wurde in dem Loch versenkt und nun musste nur noch gemauert werden. Das benötigte Handwerkszeug, eine Kelle und ein Reibbrett und auch schon fertig angemischten Zement, der lediglich nur noch mit Wasser angerührt werden musste, warbereits vorhanden.
Nun ging es ans Werk, das Glas wurde einzementiert und als die Pause zu Ende war, waren fast alle Spuren verwischt. Gottseidank war auch die Wandfarbe nicht mehr weiß sondern überwiegend grau, so dass unsere Maurerarbeit nicht auffiel.
Dieser kleine Spaß sollte unsere Grundsteinlegung sein und vielleicht würde ja doch die Nachwelt davon erfahren.




Das alte Schulgebäude, als wir dort unterrichtet wurden.

Und hier sind noch diejenigen (fast), die damals auf dem Blatt unterschieben hatten, das war allerdings 50 Jahre später!



Und es ging das Gerücht, dass beim Umbau der alten Gebäude, heute ist dort eine Grundschule untergebracht, dieses Glas angeblich gefunden wurde.


(c) Rolf Glöckner