Sonntag, 19. Januar 2014

Astronomische Nachtgespräche

Ich hatte mich mit meinem Astro-Equipment, einem Stativ, einer Spiegelreflexkamera und einer Nachführeinheit und allerlei Zubehör an den Osternburger Kanal gegeben. Dort gibt es eine Brücke und dort gibt es am Geländer der Brücke einen Betonsockel, auf dem man, weil ziemlich eben, alles aufbauen kann.
Nachdem ich in der Dunkelheit, das Flutlicht des benachbarten Fußballplatzes war seit geraumer Zeit erloschen, schon begonnen hatte, die ersten Aufnahmen zu machen, sah ich zwei Gestalten aus der Dunkelheit näher kommen. Ein Hund war bei ihnen. Sie blieben stehen und schauten. Dann fasste sich der eine wohl ein Herz und fragte:
"Wasmachsu?" Ich antwortete: "Fotografieren" Entgegnete die andere dunkle Gestalt: "Geht doch nich, iss doch dunkel!" Ich: "Doch, die Kamera kann im Dunklen sehen!"
   Das interessierte sie dann doch sehr und die Fragen prasselten nur so auf mich ein. Nachdem wir uns wohl schon eine halbe Stunde unterhalten hatten, meinte der Eine: "Weiisu, wir bringen mal den Hund nach Hause und dann kommen wir noch einmal wieder."
Das taten sie dann auch und blieben, bis die Ausrüstung so feucht war, dass weitere Aufnahmen nicht mehr gemacht werden konnten. Störend erwies sich dabei, dass eine Polizeistreife vorbeikam und wissen wollte, was wir denn dort machen würden. Und so sah das Foto dann auch aus, als sie uns endlich in der Dunkelheit wieder allein ließen. Alles in Allem eine sehr interessante Astrosession mit einem über alle Maßen interessierten Publikum.


Aber das Ergebnis, einmal den Sternenhimmel aus der Stadt ablichten zu können, gefiel mir und auch meinen Zuschauern sehr gut.



Auch das Fischauge kam dabei zum Einsatz.


..... und noch Strichspuren zum Schluss.



© Rolf Glöckner