Samstag, 1. Oktober 2011

Von Chicago nach New Orleans September 2011 Teil 9

Walkin' on Memphis

Nachdem wir mit Informationen über das Leben und die Erfolge von Elvis Presley erschöpfend versorgt worden waren, brachte uns der Bus zurück nach Memphis. Da wir von all den Eindrücken ziemlich erschöpft waren, benötigten wir eine kleine Pause und machten uns erst gegen 18:00 Uhr auf den Weg nach Memphis Downtown.
Dabei verpassten wir etwas sehr Besonderes. Im Peabody Hotel wohnt in der Lobby eine Entenfamilie und fühlt sich dort sehr heimisch. Zu Belustigung der Touristen werden diese Tiere gegen 17:00 Uhr eingefangen und für die Nacht auf das Dach des Hotels gebracht, wo man ihnen eine Schlafstatt eingerichtet hat. Am frühen Morgen dürfen sie dann wieder in die Lobby und werden mit dem Lift wieder nach unten gebracht. Was es nicht alles gibt im Land der unbegrenzten Sonderbarkeiten!

Auf unserem Weg trafen wir auch auf das Denkmal von W.C. Handy, er ist wohl der "Erfinder des Blues" und die Beale Street begrüßte uns mit der ersten Musik.




In Downtown angekommen, besuchten wir zuerst die Straße, die schon Kultstatus nicht nur in Memphis hat, die Beale Street.


Die Beale Street ist eine Straße in Downtown Memphis Sie führt auf einer Länge von 2,9 km vom Mississippi bis zur East Street. Die Straße gilt als die „Heimat  des Blues.

Die Beale Street wurde 1841 von dem Bauunternehmer Robertson Topp (1807–1876) als Beale Avenue errichtet und nach einem unbekannten Kriegshelden benannt. Während des amerikanischen Bürgerkrieges hatte General Grant hier zeitweise sein Hauptquartier. Nach dem Krieg siedelten in dieser Gegend vor allem Afroamerikaner und Iren, zwischen denen es immer wieder zu Unruhen kam, dazu Juden, Italiener und Deutsche. Z. B. auch das Haus Schwab, welches es seit "Urzeiten" in der Beale Street schon gibt.


Anfang des 20. Jahrhunderts war die Beale Street ein Vergnügungszentrum mit Spielhöllen, Saloons, Prostitution und Kriminalität. Die Straße war aber auch das Zentrum der schwarzen Musik der USA. Im September 1912 komponierte W.C.Handy hier seinen ersten erfolgreichen Blues, den Memphis Blues. Von Handy stammt auch der Beale Street Blues von 1916, der dazu beitrug, dass der Name der Straße von Beale Avenue in Beale Street geändert wurde. Von den 20ern bis in die 40er spielten Blues- und Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Muddy Waters, Albert King, Memphis Minni, B.B. King und viele andere in der Beale Street und halfen mit, den Memphis Blues zu entwickeln und weltweit bekannt zu machen.
Nicht zu unrecht wird diese Straße aber auch als "Geburtsort des Rock'n Roll" bezeichnet und ein wichtiger Ort sind auch die Sun-Studios, in dennen viele bekannte Musiker ihre Platten aufnehmen und produzieren liessen.

Wir waren frühzeitig vor Ort und so konnten wir in Ruhe bummeln und in den Geschäften die Auslagen, Thema überwiegend Musik, bestaunen. Auch etwas ausgefallene Kleidung, in der Beale Street kaufte ja auch Elvis ein, wurde beim Stöbern entdeckt und kurzerhand gekauft.




Auch Elvis war hier natürlich präsent und sei es nur in der Form einer Handtasche, man muß ja seine Fans mit den entsprechenden Andenken zufrieden stellen.
Die Kutschen, mit den Touristen durch die Straßen gefahren werden konnten, erinnerten ein wenig an den Trickfilm "Cinderella".







Etwas später dann, der Hunger hatte sich eingestellt, faßten wir die Gelegenheit beim Schopf, ein Barbecue in einem feinen Restaurant bei dezenter Musik zu uns zu nehmen.


... und der Nachwuchs wollte auch schon dabeisein.















Langsam wurde es dunkel und die Präsenz der Polizei an den Zuwegungen zur Beale Street wurde deutlich spürbar. An den inzwischen errichteten Absperrungen nahmen sie Kontrollen vor, was war aber mit denen, die weit vor dieser Zeit bereits die Beale Street bevölkerten?
Uns konnte es gleich sein, wir bummelten von Musik zu Musik, trafen Bekannte und waren von der Ursprünglichkeit der Musik immer wieder aufs Neue fasziniert.
Einige Eindrücke, die natürlich das Stimmung und manchmal auch die Gänsehaut ob dieser Bluesklänge nicht wiedergeben können, sind hier noch einmal zusammengefasst.







Und über allem ein (fast) Vollmond, der das Treiben dieser kleinen Menschlein unter sich wohl amüsiert betrachtete.


(c) Rolf Glöckner

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