Donnerstag, 19. Dezember 2013

Warum ich bis heute keinen Sago mag



Warum ich bis heute keinen Sago mag:

Ich hatte Geburtstag. Welcher es war, kann ich heute nicht mehr sagen, aber für eine Leseratte, die alle Bücher, die sie in die Finger bekam, sofort verschlang, war bei den Geschenken natürlich auch ein Buch. Noch heute weiß ich den Titel. Es hieß: „Jan und Piet bei den Kannibalen“ und handelte von dem Seemann Jan und Piet, einem Jungen, wohl in meinem Alter.

   Ein Sturm in der Südsee hatte sie auf eine Insel verschlagen. Dort waren sie von Eingeborenen aufgenommen worden und sie lebten mit diesen eine Zeit zusammen, so lange, bis sie ihr Schiff wieder instand gesetzt hatten und weiterfahren konnten. Während ihres Aufenthaltes erfuhren sie aber, dass die Eingeborenen Kannibalen waren und große Angst überkam sie. Der Häuptling aber beruhigte sie mit der Bemerkung, dass das Fleisch der Weißen stinken würde. Doch nun die Erklärung, warum ich bis heute keinen Sago mag.

   Auf der Insel wuchsen Sagopalmen, die den Eingeborenen allerlei zu ihrer Ernährung beisteuerten.
Unter anderem zogen sie aus dem Mark des Stammes große Maden heraus, die sie mit großem Genuss verspeisten. Und nun, nach vielen Jahren konnte ich diese Maden sehen. Bei einem Besuch des Bremer Weihnachtsmarktes stand auch das Überseemuseum auf dem Programm und dort waren sie ausgestellt:



Es sind die Maden einer in Südostasien lebenden Art des Nashornkäfers, die sich im Inneren der Sagopalme von deren Mark ernähren und als ein guter Eiweißlieferant den Eingeborenen als eine Leckerei dienen.
Mich graust es noch heute bei dem Gedanken. Meine Neugierde aber war geweckt und ich schaute, ob dieses Buch noch irgendwo im Handel erhältlich sei und wirklich, es ist noch lieferbar!

http://www.amazon.de/Jan-Piet-bei-den-Kannibalen/dp/B005GT77AQ/ref=tmm_hrd_title_0?ie=UTF8&qid=1387453533&sr=8-1

Sagopalme (Beschreibung aus Wikipedia)
Die Arten der Gattung Metroxylon gehören zu den so genannten Echten Sagopalmen. Sie erreichen ein Alter von etwa 15 Jahren. Junge Sagopalmen wachsen strauchartig und haben dornenreiche Blätter. Sagopalmen erreichen Wuchshöhen von bis zu 20 m und 60 cm Stammdurchmesser. Die mit oft stacheligen Blattscheiden bedeckte Rinde ist etwa 6 cm dick. Die nach innen folgende Gefäßbündelschicht umschließt ein bis 50 cm dickes stärkehaltiges Mark, aus dem das Sago gewonnen wird. 

 © Rolf Glöckner

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen