Wärmehalle
Was ist denn das, eine Wärmehalle?
Im Winter, wenn der Frost die Welt in seinen eisigen Klauen hielt und es zu den Pausen klingelte, gingen wir ungern nach draußen. Der jeweilige Aufsichtslehrer war aber anderer Meinung und trieb uns hinaus und wir verdrückten uns Richtung Fahrradstand, dort waren die Toiletten, nur von draußen zu erreichen und der Heizungsraum untergebracht, den wir natürlich zuerst versuchten, aufzusuchen. Das kostete allerdings Eintritt in Form eines Zigarillos im Wert von zehn Pfennig, das war die Bestechung für den Hausmeister, der im Winter überwiegend damit beschäftigt war, die alte Koksheizung in Gang zu halten. Es war sicherlich keine gute Luft darinnen, aber es war wenigstens warm. Erwischte mn uns dort, die Lehrer kannten natürlich diese Versteckspielereien, wurden wir wieder hinausbefördert, um uns nach kurzer Zeit auf der Jungentoilette wieder einzufinden.
Die war allerdings vor einiger Zeit frisch gestrichen worden und diese Sauberkeit und Helligkeit störte uns und so wurde eine neue Idee geboren.
Unter der Decke des Raumes lief ein Rohr, welches wir zuerst auf seine Festigkeit untersuchten, denn wir wollten das Weiß etws abmildern. Das Rohr hielt das Gewicht eines Schülers aus und so wurden folgenden Dinge benötigt: Einen kleinen Topf schwarze Farbe, einen Pinsel und ein paar alte Schuhe.
In einer Freistunde, unsere Französischlehrerin war erkrankt, stieg das Unternehmen.
Einer der Schüler zog die alten Schuhe an und wurde unter Gelächter hochgehoben und an das unter der Decke entlanglaufendes Rohr gehängt. Nun wurden die Schuhsohlen schwarz gestrichen und der oben hängende Schüler stapfte die Wand hinauf, schwarze Spuren hinterlassend. Weiter ging es dann, die Decke entlang und an der anderen Seite wieder herunter. Es war für den, derr die Spuren zu machen hatte, sicher nicht einfach aber unter Gelächter wurde das Werk vollendet. Wunderschöne Fußspuren waren so entstanden und es sah aus, als sei jemand die Wand hinaufgelaufen, um dann an der Decke entlang die andere Wand des Raumes wieder hinunterzusteigen..
Wir trollten uns und in der nächsten Pause machte sich Gewisper auf dem Schulhof breit und nach und nach wurde das Kunstwerk, auch von den Mädchen natürlich, besichtigt. Leider rief das aber auch die Lehrer auf den Plan und ihnen war sofort klar, wer das gewesen sein konnte. In der nächsten Stunde hatten wir in unserer Klasse den Dirketor zu Besuch, der sich ein Lachen ob diesen Scherzes nicht verkneifen konnte und er verdonnerte uns, diese Flecke zu entfernen und die Stellen neu zu streichen, was wir dann an einem lustigen Nachmittag, die ganze Klasse war selbstverständlich anwesend, auch taten.
Die Schule existiert noch heute und beherbergt jetzt eine Grundschule, da es bald wegen fortschreitender Baufälligkeit unserer geliebten Schule nötig war, ein neues, modernes Schulzentrum zu bauen.
(c) Rolf Glöckner

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